Auf den Spuren von Mandela

Die erste Nacht war nicht ganz so berauschend für mich. Die Lodge ist mehr als hellhörig, so dass ich teilweise dachte, jemand kommt in unser Zimmer, es war super hell und da unsere Klimaanlage nicht ging, auch sehr warm und laut vor dem Fenster – Vögel und andere Klimaanlagen. Erik hat das alles nicht interessiert und hat tief und fest geatmet! Nachdem ich mich dann nur noch hin und her gewälzt habe, bin ich um 6:40 aufgestanden und habe die warme Dusche genossen. Um 7 Uhr hat dann der Wecker geklingelt und Erik wurde von mir aus dem Bett geschmissen. Ausschlafen ist hier nicht, auch heute nicht, denn wir haben die Morning Tour nach Soweto gebucht. Nach einem sehr ausgiebigen Frühstück: Toast mit Toast sind wir um 8:30h von unserem Guide abgeholt worden.

 

Schön ist anders

 Toast mit Toast und etwas Rührei.

Alleine in einem kleinen Auto sind wir los. Anfangs war der Guide echt schwer zu verstehen, aber es wurde dann besser. Soweto ist nichts anderes als SOuthWEstTOwnship of Johannisburg. Soweto hat ca. 4 Millionen Einwohner. Johannisburg selbst hat 11 Millionen. 

 

Hallo Soweto

Unser erster Stopp war das FNP-Stadion in dem die WM 2010 eröffnet und Spanien Weltmeister wurde. Wir erinnern uns alle an das Lied Waka Waka eheheh von Shakira. Insgesamt hat es eine Kapazität von 96000 Menschen. Auch heute ist es noch ordentlich in Betrieb. Unser Guide hat das Halbfinale zwischen Spanien und Deutschland dort gesehen und war sehr traurig, da sein Herz für die deutsche und brasilianische Mannschaft schlägt. Übrigens hat man Nelson Mandela dort nie zu Gesicht bekommen, da seine Enkeltochter leider einen Tag vor Beginn der WM mit 13 jungen Jahren tödlich verunglückt ist. 

 

Das FNP-Stadion

Danach sind wir zum Markt gegangen, haben uns jeder eine Banane und eine Orange gekauft und gehörten zu den Locals. Am Auto gab es noch eine Samosa für ganze 3 Rand – umgerechnet 16cent. Von dort sind wir durch die Straßen von Soweto gefahren, haben das reiche, das mittelständige und arme Viertel gesehen. 

 

Marktplatz - nachmittags sehr überfüllt. Zu diesem Zeitpunkt noch wenig los 

 

Haushaltsartikel

 

Weiter im Inneren 

Die Straße hinter dem Markt 

 Mittelständiges Viertel - by the way, die Wohnungen von der Stadt sind kostenlos und man zahlt keine Miete. Wie man an solche Häuser kommt, ist aber zu kompliziert zu schreiben.

Armes Viertel 

 Irgendwo zwischendrin. Die Schule ist für alle Kinder kostenlos - allerdings nicht die Universität. Das muss man selbst finanzieren.

Unser Guide - dessen Namen wir leider nicht verstanden haben- hat uns noch eine große Geschichte vom 19.06.1976 erzählt. Dort haben die Studenten einen Monat protestiert, da die Regierung die Sprache vom Englischen ins Afrikanische ändern wollten und die Studenten haben nach einen Monat tatsächlich gewonnen. Leider ist dort Hector Pieterson angeschossen worden und ist auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Zufällig hat ein Fotograf ein Foto gemacht als ihn sein Freund und seine Schwester trugen und somit ist er sehr bekannt geworden und es gibt sogar ein Hector Pieterson Memorial.

 

Memorial

 

Auch am Memorial - diese Mauer hat auch eine Bedeutung 

 Das berühmte Foto von Hector Pieterson

Nicht das beste Foto - aber die Dame in dem Rock steht täglich auf dem Memorial. Sie ist die Schwester von Pieterson, die oben rechts auf dem Bild zu sehen ist. Sie ist sozusage die Zeitzeugin und (für Bezahlung - glauben wir) erzählt sie einem ihre eigene Geschichte

Ein weiterer großer Punkt war natürlich Nelson Mandela. Er ist in Soweto heimisch gewesen. Er hatte insgesamt 4 Ehefrauen und mehrere Kinder. Seine bekannteste Frau war Winnie. Sie war ebenso bekannt für das Kämpfen für Frauenrechte. Wir haben das Haus gesehen in dem er gelebt hat und in dem er nach seiner Haft für ganze 11 Tage zurückgekehrt ist. Man hat sogar diverse Einschusslöcher in der Hausfassade gesehen. Erschrocken war ich tatsächlich, dass viele seiner eigenen Kinder und Enkelkinder schon nicht mehr leben - viele sind sehr jung gestorben, zuletzt aber eine seiner ältesten Töchter 2020 an Covid. 

 

Das Haus von Winnie. Dort hatte sie auch gelebt. Alles videoüberwacht. 


 Auf der Straße vor dem bekannten Haus Manedelas - nächstes Bild.

 Das bekannte Haus von Mandela Nelson - auch Winni lebte dort

 Die unterschiedlichsten Geschichten zu den unterschiedlichsten Sachen

 

Nelson Mandela hat das Land geprägt

Nochmal vor dem Eingang ohne Menschen im Hintergrund

Sooo… jetzt aber genug Kultur…um 11:45h waren wir zurück an der Lodge. Haben uns kurz refresht und sind in die Stadt hier gelaufen. Ihr erinnert euch an den vorherigen Blog – Erik hat das Laptopkabel vergessen einzupacken… im Übrigen nicht nur das, sondern auch das Ladegerät unserer Zahnbürsten und den Wäschesack. Wenn der Kopf nicht angewachsen wäre, hätte er ihn bestimmt auch in der Küche liegen lassen. Aber ein Laptopkabel haben wir jetzt – sonst würde der Blog sicherlich nicht geschrieben werden können. Die Zähne werden dann nach einer Woche mit der normalen Zahnbürste geputzt. Alles nicht dramatisch. Nach unseren Erledigungen sind wir lecker indisch essen gegangen. Jetzt sitzen wir draußen vor der Lodge, mussten schon einmal wieder reinziehen, weil es heute etwas regnerisch ist. Aber alles nicht so wild. UND zum ersten Mal wurde heute meine Kamera gezückt, denn die Vögel sind so laut vor dem Fenster, da 4 Nester direkt davor sind.


Die schwere Entscheidung - was esse ich nur? Erik hat aber genau so lange gebraucht

Für mich ist es Paneer Tikka Masala und für Erik ein Chicken in einer Peppersoße geworden.          Fazit: Es war super lecker

Unser Ausbblick aus dem Fenster


Unser kleiner Vogel, der so laut sein kann



Eins der 4 oder 5 Nester

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Simbabwe

Bericht vom 22.10.2022 ---------------------------------- Am letzten Samstag war unser letzter voller Urlaubstag. Zum Frühstück haben wir al...